Nach Einstellung des Schulbetriebs 1968 und einigen Jahren Leerstand wird das Gebäude der HfG Ulm 1974 an die Universität Ulm vermietet und fortan von den Abteilungen Psychotherapie, Psychosomatische Medizin (Tagesklinik und Ambulanz) sowie dem Institut für Kulturanthropologie genutzt. Infolge der eigentlich zweckentfremdenden Nutzung wird zwangsläufig die Innenarchitektur kleinteiliger, was den ursprünglichen Gebäudecharakter mehr und mehr überformt.

Als sich 2007 die Zusammenlegung der bisher dezentralen Universitätseinheiten auf dem Oberen Eselsberg und damit das Ende des Mietverhältnisses abzeichnen, beginnt die Stiftung HfG Ulm unter Dr. Dieter Bosch, Vorsitzender von 2007 bis 2011, mit Überlegungen für ein neues Nutzungskonzept. Die Prämissen dafür lauten:

– Welche Nutzung ist dem Gebäude, seiner Geschichte und seiner Architektur entsprechend?

– Welche Partner stehen hierfür zur Verfügung?

– Haben Bund, Land, Region oder Stadt Interesse und Bedarf an einer Nutzung der HfG Ulm?

– Welches Konzept entspricht dem Sinne nach der HfG Ulm?

– Was ist nachhaltig wirkungsvoll?

– Was ist wirtschaftlich langfristig solide?

 

Rasch steht fest, dass die Sicherung des Gebäudebestandes mit einer umfangreichen, architektonisch wie energetisch-bautechnisch ausgerichteten Gebäudesanierung einhergehen muss. Ebenfalls beschließen Stiftungsrat und Vorstand die Umsetzung eines neuen, gestaltungsnahen Nutzungskonzepts, das auf drei Säulen beruht: Vermietflächen, Tagungsflächen, Archiv.

Aus einem öffentlichen Wettbewerb zur Namensfindung geht schließlich der neue Name hervor:

„Zentrum für Gestaltung HfG Ulm“

Der Name wird aus einer Vielzahl von Vorschlägen ausgewählt: Der Ulmer Thomas Vogel hat ihn eingereicht und wird so zum Taufpaten.